Von LehrerInnen lernen ...

Die LehrerInnen haben allen Grund, Widerstand zu leisten

Der Gehaltsabschluß für 2001 bedeutet für viele einen Realllohnverlust. Aber es geht um mehr als nur ums Geld. Der Teufel steckt im Detail, in den zusätzlichen Vereinbarungen mit der Bundesregierung. Blau-schwarz will Personalabbau und neue Arbeitszeitvereinbarungen. Wenn man eine der Verschlechterungen stoppen will, muß man das gesamte Paket kippen.

Es ist höchste Zeit für konsequenten Widerstand

Die Dienststellenversammlungen vor den Gehaltsverhandlungen zeigen die hohe Kampfbereitschaft. Die überwältigende Mehrheit der LehrerInnen sprach sich für Kampfmaßnahmen im Falle eines negativen Abschlusses aus. In vielen Schulen gab es schon Streikforderungen. Diese demokratische Willensbildung der betroffenen Kolleginnen und Kollegen wurde von der Gewerkschaftsführung verwendet, um der Regierung eine Rute ins Fenster zu stellen. Doch jetzt, wo die Gewerkschaft ernst machen müßte, passiert nichts. Das heißt:

Die Regierung wird sich in Zukunft noch weniger von bloßen Streikdrohungen beeindrucken lassen.

Die Gewerkschaftsführung überläßt den betroffenen Kolleginnen und Kollegen die Rolle von Statisten und Stimmvieh und nimmt so weiteren Frust der Gewerkschaftsbasis in Kauf.

Alle gemeinsam gegen Blau-Schwarz

Von allen folgenden Aktionstagen muß das Signal ausgehen: Organisierter Widerstand gegen die Politik dieser Regierung kann dann erfolgreich sein, wenn dieser KollegInnen aus anderen Bereichen (ÖIAG, ÖBB, ...) einschließt! Die Regierungsoffensive trifft uns alle. Mit Hetze und Lügen ("faule Beamte oder Frühpensionisten", "Privilegienritter", "Sozialschmarotzer") spalten sie die arbeitende Bevölkerung. Unsere Antwort heißt Solidarität.

Für demokratische und kämpferische Gewerkschaften

Wir unterstützen die bisherigen sowie die geplanten Aktionen. Man muß seine Interessen selbst in die Hand nehmen! Die Rolle der GÖD-Führung ist übel: Die Weigerung, sich mit den LehrerInnen zusammen zu setzen, sagt mehr als 1000 Worte. Wir dürfen die Gewerkschaft nicht aus der Verantwortung lassen. Widerstand ist auf 2 Ebenen wichtig:

Dort, wo kämpferische LehrerInnen aktiv sind, sollte es eigene Aktionen gegen die Regierungspolitik geben.
Widerstand innerhalb der GÖD und des ÖGB gegen diese Gewerkschaftsführung notwendig.

Gegen die vielfältigen Angriffe der Regierung brauchen wir kämpferische Gewerkschaften. Demokratische Bestimmung von unten ist dafür nötig! Wir müssen gemeinsam Druck auf die GÖD- und ÖGB-Führung ausüben, dass den Ankündigungen und halbherzigen Protesten handfester Widerstand folgt. Dazu bedarf es dem Aufbau einer linken Gewerkschaftsopposition. Die Arbeitgeber haben konsequente und einflußreiche Interessensvertretungen! Deshalb: Für demokratische und kämpferische Gewerkschaften.

Protestresolutionen und Kundgebungen sind zu wenig. Diese Regierung versteht nur eine Sprache und die heißt Streik.
Wir fordern daher von GÖD und ÖGB

  • Eine bindende Urabstimmung in allen Bereichen des Öffentlichen Dienstes über diesen Gehaltsabschluß und Streikmaßnahmen.
  • Volle Solidarität mit den Lehrerinnen und allen anderen betroffenen Berufsgruppen.
  • Vorbereitung eines bundesweiten Aktionstags mit Vollstreiks gegen die geplanten Ausgliederungen, Privatisierungen, den Personalabbau sowie den Gehaltsabschluß, wenn dieser abgelehnt wird.

KollegInnen selbst aktiv

Die KollegInnen können sich nicht auf die Gewerkschaftsführung verlassen. Vielfältiger Protest kann von unten entwickelt werden. Mittel dafür sind z.B. regelmäßige Dienststellenversammlungen, Vernetzung mit anderen Schulen (dadurch Ausweitung) und ein sofortiger Prüfungsstreik. So zeigt man auch der GÖD-Führung, dass man es ernst meint.

Deshalb für die Solidarisierung mit allen Protesten der SchülerInnen.
Mobilisierung zum Vollstreik anlässlich des Protesttages am 5. Dezember (inklusive ÖGB-Menschenkette ums Parlament). Denn wir sollen doch fürs Leben lernen.

Für eine neue gesellschaftliche Opposition

Es gibt in der jetzigen gesellschaftlichen Situation keine Partei oder Gewerkschaft, die den Protest von SchülerInnen, StudentInnen, ArbeiterInnen, Frauen, KünstlerInnen, LehrerInnen und Universitätsbeschäftigten koordiniert. Eine Opposition der arbeitenden Bevölkerung muß neu aufgebaut werden. Die Sozialistische LinksPartei (SLP) kämpft für den Aufbau einer solchen Opposition. Zum Beispiel durch Zusammenarbeit mit der "SchülerInnen Aktions-Plattform" (SAP), die in der Vergangenheit auch Aktionen mit LehrerInnen gegen den Bildungs- und Sozialabbau durchgeführt hat.

Wir versuchen auch gemeinsam mit anderen BetriebsrätInnen und PersonalvertreterInnen die überfraktionelle "Initiative Solidarität" aufzubauen.

Wir laden Sie zu den nächsten Treffen der "Initiative Solidarität", die den LehrerInnen-Protesten gewidmet sind, ein:

Montag, den 11. Dezember 2000, um 18 Uhr im Café "Paganini" in 9., Althanstraße 11-13 (zu erreichen mit U4, U6, Linien D, 5 und 33)

Montag, den 15. Jänner 2001 - gleicher Ort, gleiche Zeit.

Bei Fragen und Interesse kontaktieren Sie uns bitte:
SLP sowie "Initiative Solidarität", Kaiserstraße 14/11; 1070 Wien
Tel.: (01) 524 63 10, Fax: (01) 524 63 11; E-mail: slp@slp.at

 
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