Streik ist gerechtfertigt - eine Ausweitung nötig Solidarität mit den KollegInnen des Bordpersonals!
update, 22. August 2003

Der erneute Streik des AUA-Bordpersonals führt anderen Beschäftigten vor Augen, dass es in diesem Konflikt um Grundsätzliches geht. Die massiven Angriffe auf Gehälter sowie die Drohungen mit Kündigung und sogar Entlassung gehen mit einem allgemeinen Sozialabbau und Pensionsraub einher. Davon sind alle ArbeitnehmerInnen und arbeitslosen Menschen betroffen.

Streikkultur aufbauen

Der ÖGB musste aufgrund des Drucks von unten mit zwei Streiktagen auf den Pensionsraub reagieren. Hunderttausende Menschen waren daran beteiligt. Daher wird es unterm Strich mehr Verständnis für (Warn-)Streik geben, als uns die Medien weis machen wollen! Ein Streik ist natürlich kein Selbstzweck, sondern ein Mittel, das gezielt und nur zu bestimmten Zeitpunkten eingesetzt werden soll. Die SLP ist jedoch der Überzeugung, dass in diesem Fall letztlich ein Vollstreik unvermeidbar sein wird, um das AUA-Management in die Knie zu zwingen. Natürlich ist es eine Frage der Taktik, wann man wie stark in die Offensive geht und wann einen Schritt zurück setzt. Es muss in Österreich erst wieder eine Streikkultur aufgebaut werden. Das macht harte Auseinandersetzungen auch auf medialer Ebene unvermeidbar. Es ist unvermeidlich, dass viele Passagiere von einem Streik betroffen sind. Schuld daran trägt das Management. Das muss klargemacht werden. Es ist ein Skandal, dass sich die ÖGB-Führung noch nicht unterstützend für das Bordpersonal in der Öffentlichkeit engagiert hat! Wir fordern den ÖGB auf, aktiv Unterstützung zu organisieren und seine weitreichenden Publikationen bereitzustellen, der Medien-Offensive entgegenzuwirken!

Internationale Bedeutung

Es sind bereits Solidaritäts-Botschaften eingegangen. Unter anderem auch von Mitgliedern der britischen Schwesterorganisation der SLP (Sozialistische LinksPartei), Chris Mcnullty, Betriebsrat am Heathrow Airport London und Ralph Parkinson (Bundesvorstandsmitglied von UNISON, der größten Gewerkschaft des Öffentlichen Dienstes). Sie werden, genauso wie Beschäftigte in anderen Ländern, den Verlauf des AUA-Kampfes verfolgen. Denn er hat auch für sie und ihre Situation Bedeutung! In diesem von Natur aus intensiv international vernetzten Bereich des Flugverkehrs ist früher oder später aktive Streikunterstützung durch KollegInnen anderer Fluglinien nötig, um dem Gegeneinanderausspielen der Belegschaften entgegenzuwirken. Der Preiskampf im Flugsektor und die vorhandenen Überkapazitäten dürfen nicht zulasten der Beschäftigten gehen!

Pionierarbeit

Das Bord-Personal der AUA leistet, ebenso wie viele LehrerInnen und Postbus-Beschäftigten der letzten Jahre, Pionierarbeit. Aufgrund der Tatsache, dass vor allem PilotInnen viel zu verlieren haben, ergibt sich eine große Verantwortung: eine gemeinsame Strategie mit anderen Bereichen zu entwickeln, und den Arbeitskampf in der Auseinandersetzung um die "öffentliche Meinung" mit dem allgemeinen Sozial- und Pensionsraub zu verbinden. Dadurch würde dem Großteil der ArbeitnehmerInnen klar, dass die Hetze gegen das AUA-Personal dem Kurs der Regierung und anderer Unternehmensleitungen (v.a. der ÖIAG) nützt. Eine gemeinsame Demonstration im Herzen Wiens unter dem Motto "Stoppt Lohnraub und Jobabbau" könnte auch dazu dienen.

slp@slp.at, Tel.: (01) 524 63 10 Kaiserstr. 14/11, 1070 Wien

 
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