Solidarität mit den Beschäftigten der Luftfahrt!
zum bevorstehenden Arbeitskampf bei der AUA eine erste Stellungnahme der SLP (14. August 2003)

In den letzten Jahren wurden verschiedene Berufsgruppen (LehrerInnen, PostlerInnen, EisenbahnerInnen) von Regierung, Arbeitgebern und Medien öffentlich gemobbt, als "privilegiert" und "faul" dargestellt. Das Ziel: Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen, Lohneinbußen, Jobabbau. Wenn Berufsgruppen gegeneinander ausgespielt werden, funktioniert der neoliberale Abbau leichter. Nun werden Beschäftigte im Flugverkehr als gierig und verbohrt dargestellt, da sie den Plänen des Managements, AUA-Pilotenblockstunden um 35 Prozent bis 2008 zu senken, Widerstand entgegen setzen. ArbeitnehmerInnen können nicht akzeptieren, plötzlich um ein Drittel ihres Einkommens betrogen zu werden. Der Preiskampf in der internationalen Luftfahrt, als Ergebnis der Überkapazitäts-Krise, darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden! Ein Streik der Beschäftigten des Flugverkehrs ist daher gerechtfertigt. Gerade weil Piloten in der Öffentlichkeit als "privilegiert" gesehen werden, ist es auch nötig, dass Piloten/-innen und das gesamte Bordpersonal eine gemeinsame Strategie mit Beschäftigten in anderen Sektoren erzielen. Damit kann dem Auseinanderdividieren entgegengewirkt werden.

Verständnis für Streik?

Der ÖGB musste aufgrund des Drucks von unten mit zwei Streiks auf die Pensionsraub-Pläne reagieren. Hunderttausende Menschen waren daran beteiligt. Es gibt heute eine größere Offenheit für das Kampfmittel Streik als z.B. 1993. Wir sind daher der Überzeugung, dass es unterm Strich mehr Verständnis für (Warn-)Streik geben wird, als durch die Medien an Eindruck vermittelt wird. Natürlich werden viele Passagiere vom Streik betroffen. Doch Schuld daran trägt das Management. Das muss klargemacht werden.

Internationale Dimension

Auch in anderen Ländern gibt es Kämpfe: Die Catering-ArbeiterInnen der irischen Aer Lingus protestierten im April gegen den angekündigten Verkauf an einen privaten Betreiber. Am 18. Juli streikten ArbeitnehmerInnen am Londoner Heathrow Airport. Anlass: das Management will ein Arbeitszeitsystem einführen, wonach die KollegInnen jederzeit zur Verfügung stehen sollen, wenn es hektisch wird und heimgehen müssen, wenn geringere Kapazitäten zu bewältigen sind. Ein Streik des AUA-Flugpersonals würde auch in anderen Ländern Wirkung erzielen und KollegInnen dort ermutigen. Die Sozialistische LinksPartei (SLP) ist im "Komitee für eine ArbeiterInnen-Internationale" (CWI) organisiert. Wir werden versuchen, Solidarität von Beschäftigten aus diesem Bereich zu organisieren.
 


Veranstaltung:
Arbeitskampf bei AUA - Streik ist gerechtfertigt!

Nachdem die 1.800 MitarbeiterInnen des AUA-Bordpersonals schon am 21. Jänner 2003 auf einer Betriebsversammlung Kampfmaßnahmen gegen die anstehenden Kürzungen bei Gehältern und Stellenabbau beschlossen haben, gab es am 14. August einen ersten zweistündigen Warnstreik, der lückenlos befolgt wurde. "Mit einer derart hoch motivierten und solidarischen Kollegenschaft werden wir positive Veränderungen erwirken können!", heißt es vom Bordbetriebsrat. AktivistInnen der Sozialistischen LinksPartei haben vor der Betriebsversammlung vom 14. August Solidaritäts-Flugblätter verteilt.

Die Initiative für die Urabstimmung für Kampfmaßnahmen kam bereits am 3. Jänner des Jahres von 700 PilotInnen und FlugbegleiterInnen der AUA. Nach dem Warnstreik sollen weitere Streiks folgen, da zu erwarten ist, dass der Vorstand weiter auf stur schalten und nicht auf die Forderungen der Beschäftigten eingehen wird. Das Management plant die Senkung der Pilotenblockkosten um 35 % bis 2003. Dies wird hauptsächlich zu enormen Gehaltseinbußen führen. Der Arbeitskampf bei den Fluglinien muss in Zusammenhang mit den Zerschlagungsplänen der Regierung von Post, Eisenbahn, Gesundheitswesen, Voest und anderen ehemals verstaatlichten Betrieben und den anstehenden Kämpfen dagegen gesehen werden.

Der Warnstreik bei der AUA hat große Chancen für Kämpfe in anderen Bereichen und eine Ausweitung eröffnet. Um diese Möglichkeiten zu nutzen, rufen wir alle BetriebsrätInnen und AktivistInnen dazu auf, Solidaritätsbotschaften an den AUA-Bordbetriebsrat zu schicken und im eigenen Betrieb über die Situation bei den Fluglinien zu berichten. Wir von der SLP meinen, dass eine gemeinsame Initiative aller vermeintlich ,Privilegierten' - Flug- und Bodenpersonal, EisenbahnerInnen, Postbedienstete, LehrerInnen, PostbusfahrerInnen ... - gegen die Angriffe der Regierung, des Management und den anstehenden Personalabbau ein wichtiger Schritt zur Stärkung des Widerstands wären! Am 25. August gibt es eine große ÖBB-PersonalvertreterInnenkonferenz. Auch dort sollte über eine gemeinsame Initiative mit der AUA-Belegschaft gesprochen werden.

Mit unserer Veranstaltung wollen wir die Möglichkeit bieten, über gemeinsamen Widerstand zu sprechen und Erfahrungen auszutauschen. Solidaritätsbotschaften an: AUA-Bordbetriebsrat OFFICE@AUA-BRB.ORG Kopien erbeten an: SLP@SLP.AT

20. August, 19.00 Uhr Amerlinghaus (7.; Stiftg.8)
"Arbeitskampf bei der AUA - Streik ist gerechtfertigt!" Veranstaltung mit Markus Populorum, Mitglied des AUA-Bordbetriebsrats (BRB)

slp@slp.at, Tel.: (01) 524 63 10 Kaiserstr. 14/11, 1070 Wien

 
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